Woltersdorf - 2009

Da ich vier Runden unterwegs war, muss mein Bericht ja nun mindestens vier mal so lang werden wie der von Kai-Uwe … ;o) … wird er auch – also ist nach dem Endurofahren jetzt Endurolesen angesagt – ab geht’er:
 
War das etwa der Testlauf für ´nen DM-Lauf 2010 in Woltersdorf …?
 
Schon in der Woche vor dem Rennen ließ der Wetterbericht durch Ankündigung von Sonnenschein die Vermutung (oder Befürchtung) aufkommen, dass es ein einfaches Finale der LM wird. Das schöne Wetter trat dann tatsächlich auch ein und wies uns schon am Samstagvormittag den Weg von der Ostsee nach Süden. Zu unserer Freude tat die riesige Crew um Wolfgang Buske alles, um Petrus’ Harmlosigkeit durch den gebotenen fahrtechnischen Anspruch der Strecke auszugleichen. Schon beim ablaufen der Sonderprüfungen stolperte man über (leicht gemein) hingelegte Betonbahnschwellen, mehrere in Quer-Spalier zusammengerollte Felsbrocken, die eigentlich hätten Zementsäcke werden sollen, Bäume, Rampen, Sprunghügel, Löcher und die gewohnt schönen Auf- und Abfahrten. Klar – einige Sachen waren schon aus den Vorjahren bekannt aber eben nicht in der Dichte und mit dem Augenmaß auf den SPs verteilt. Und dass da auf der Etappe noch einiges an Adrenalin- und Endorphinausschüttungsverursachern auf die Fahrer wartet, wussten wir zu diesem Zeitpunkt ja auch noch nicht. Vermutet hatten wir es allerdings schon, als wir sahen, dass die SP1 in entgegengesetzter Richtung zu befahren war, was es, um Kreuzungsfreiheit zu gewährleisten, notwendig machte, dass man vor der SP erstmal das gesamte Gelände umrunden musste, um an den Start zu kommen. Da ja gemeinhin bekannt ist, dass es beim MCW nix geschenkt gibt (zumindest nicht während des Rennens – davor und danach dafür umso mehr) war uns klar, dass es nicht einfach am Fuße des „Hügels“ am Zaun entlang geht, sondern ordentlich auf und ab und quer und … ja - auch etwas schwieriger. :o) Neben dem erhöhten Streckenniveau  sollte es diesmal auch Enduro in seiner ursprünglichen Form geben – nicht nur eine ZK an Start/Ziel sondern noch zwei weitere auf der Etappe, die (zumindest eine davon) den Fahrern ordentlich einheizten und für mächtig Gesprächsstoff nach dem Rennen sorgten, da es (endlich) auch mal zu einer Entscheidung auf der Etappe kam. O.K. – man hätte die unwissenden Fahrer eventuell bei der Fahrerbesprechung nicht in die Irre führen und die ZK-Zeiten als locker und gaaanz smoooooth machbar ankündigen sollen – winigstens die zweite nicht – aber sei’s drum, die Zeit war sehr gut gesteckt, sodass man keine großen Fehler machen durfte, um keine Strafminuten zu kassieren, es mit flüssigem Fahren aber gut zu schaffen war und man vor der ZK sogar noch in Ruhe ´nen Schluck aus der Wasserflasche saugen konnte. Lediglich in der ersten Runde haben doch einige Fahrer Minuten gefressen, da sie an den Schlüsselstellen der Anfahrt zur SP1 im Stau standen. Beim nächsten Mal wissen wir ja, dass es knapp werden kann und fahren einfach alle am Stau vorbei. :o) Jenes ist übrigens nicht als Kritik zu werten, denn ich finde es gut, wenn sich die Veranstalter nicht durch nachfolgende Kommentare von erbosten Fahrern davon abbringen lassen, endlich wieder mehr Niveau in den Endurosport zu bringen und die Strecke dadurch eben nicht überall so breit ist wie eine Autobahn.
Und das sollte mit diesem Lauf durchaus gelingen. Die sowieso schon beträchtliche Vorfreude wuchs jedenfalls während des Ablaufens der SPs unglaublich an und wir konnten den nächsten Tag kaum noch erwarten. Vorher standen aber noch die Anmeldung mit dem Kauf der Transponderkarte, die technische Abnahme, das Vertilgen unserer leckeren Gulasch- sowie Pils-Suppe und eine frostige Nacht an. Schon kurz nach dem Einbruch der Dunkelheit glänzte nämlich Eis auf den Sitzbänken unserer Huskys und wir haben es vorgezogen, im Stehen zur TA zu fahren (Hämorrhoiden sind bestimmt nicht schön, wenn man ´nen ganzen Tag Enduro fahren will). Ich musste das dann sogar noch ein zweites Mal tun, da mein Bremslicht mich unbedingt ärgern musste - oben auf dem Dach der Tiefgarage ging’s noch unten dann nicht mehr.
Nach anschließender lustiger Bier-Runde in Jans neuem Wohnanhänger ging’s irgendwann um Mitternacht ab in die Schlafsäcke. Als mich meine zum bersten gefüllte Blase dann mit Nachdruck um 4°° Uhr aus dem Schlaf riss, konnte ich bei dem folgenden nächtlichen Erleichterungsgang schon mal die gefühlte Außentemperatur nachmessen – ich sage mal, es waren -5°C – jedenfalls waren alle Autos zugefroren und auf den Mopedsitzbänken ragten jetzt schon zentimeterhohe Raureifblumen in den bleichen Mondhimmel. Nachdem der Frost dann bis auf meine Haut durchgedrungen war, war auch endlich die Blase wieder leer. Leider wollte es nicht mehr so richtig warm werden im „Campingschlafzimmer“ meines Omegas, sodass ich gefühlt bis um halb Sieben nur noch wenig geschlafen habe. Mein Mitbewohner Paule meinte aber, dass ich dann der erste Mensch wäre, der wach schnarcht. :o)
Na egal – irgendwie muss ich mich doch etwas erholt haben über Nacht, war morgens ganz gut drauf und habe trotz der frühen Stunde sogar die Frühstücksbrötchen runter bekommen – entgegen meiner eigentlichen Gewohnheit, mit dem Mittag meine erste Mahlzeit am Tag einzunehmen.
Dann verging die Zeit bis zur Fahrerbesprechung und dem Start ratz fatz und die Huskybrüder durften sogar zusammen auf die Rampe und noch nicht mal ganz zum Schluss, sondern noch vor 9°° Uhr. In Woltersdorf wird das Starterfeld ja immer ordentlich durchgemischt, da wird halt nach Geburtsdatum, Farbe der Briefmarke auf der Nennung, Haarlänge … ;o) … oder einfach nach Nennungseingang sortiert.
Leider sind wir nicht zusammen los gekommen, da meine kleine Husky-„Diva“ rumgezickt und erst ´ne Minute später wieder mit mir gesprochen hat … Frauen halt … ;o). So ging’s dann mit etwas Wut im Bauch die bekannte Frost-Straßen-Teiletappe bis über die Autobahnbrücke hinter Vogelsdorf. Ab da war aber nichts mehr vom Groll zwischen mir und meinem Gefährt zu spüren, denn es kam mit jeder Minute mehr Fahrspaß auf. Die ersten richtigen Geländekilometer waren bekannt – Hügel, alte Gleisbette und Wiesenschleifen, auf denen man aufgrund hohen Bewuchses schon mal das Blind-Kurvenfahren üben durfte, was man im späteren Etappenverlauf noch gut gebrauchen konnte. Für alle die, die das Video vom Woltersdorfer Nikolaus-Privat-Enduro im letzten Jahr gesehen haben, war die kleine Suhle vor DK1 auch bekannt und man hatte schnell die Fango-Bilder aus dem Vid vor Augen. Hier musste man sich allerdings diesmal nicht komplett erdfarben umgestalten, da zwei unermüdliche schutzbekleidete Herren einem die richtige Spur wiesen und im Zweifel auch mal mit anpackten, wenn das Möp breiter war als die gewählte Rinne. Von Runde zu Runde fuhr sich dort auch eine immer bessere Spur ein, in der man dann ganz rechts zwischen zwei Bäumen durch locker die folgende DK sowie die Mammutbaumhindernisse, Bahnschwellen und Reifen danach erreichte.
Im nächsten Jahr müsst ihr dort aber ordentlich abbändern, denn eure Mühen wurden von vielen Fahrern nicht belohnt – die Reifenspuren neben den Hindernissen wurden mit Fortschreiten des Rennens immer häufiger und breiter. Ich muss zugeben, dass auch meine Husky etwas scheute und ich dann ab der dritten Runde auch nur noch das halbe Bahnschwellenfeld unter die Stollen genommen habe – ich weiß, dass diese Einstellung des Endurogedankens unwürdig ist, aber ich konnte es einfach nicht übers Herz bringen, als einziger aus Ehrgeiz ´ne Ecke in der Felge zu haben. (´Ne andere faule Ausrede ist mir nicht eingefallen.) ;o)
Die langen Wiesenschleifen der vorangegangenen Novemberpokale nach DK1 sind diesmal etwas kürzer (oder besser - ganz kurz) ausgefallen, da die Fläche leider wieder beackert wurde.
Das was danach kam, hatte ich ja in den zurückliegenden Berichten schon erwähnt – das etwa 500 m lange Stück auf dem stillgelegten Gleisbett entlang. Die Leute, welche zu Hause nicht genug Sand haben, sind zwischen den Schwellen im Kies gefahren, alle anderen (also auch wir von der sandigen Ostseeküste) sind schön 5. Welle auf der Beton-Stein-Piste langgerattert … eine Mordsgaudi – man musste nur rechtzeitig wieder zurück auf die Sandseite wechseln, sonst drohte das, was mir schon mal passierte – zwei symmetrische Beulen in der hinteren Felge, weil Bahnschwellen fehlten und andere schräg aufgestellt waren – diesmal ging alles glatt. Nachdem man dann Rüdersdorf durchquert hatte und schon fast wieder zu frieren anfing, kam das Sahnestückchen der Runde nach der ersten ZK im und um den Zement-Tagebau. Als Anfahrt zur SP wurde den Enduristen das geilste an Gelände um die Ohren und vor die Stollen gehauen, was die LM-MV zu bieten hat. Und wenn die Auf- und Abfahrten zu „eintönig“ zu werden drohten, dann wurde noch zusätzlich pikant nachgewürzt mit noch größeren Steinbrocken als in der SP selbst, umgekippten Bäumchen, die aber durch weggefrästen lockeren Sand immer mehr zum ernstzunehmenden Hindernis wurden und nach außen stark abfallenden Kurven am Schräghang. Durch die knackig gesteckte ZK-Zeit war die erste Sonderprüfung damit auch nicht nur die 8 oder 10 Minuten zwischen A und E lang sondern fast ´ne halbe Stunde, denn langes Verschnaufen vor dem Start oder nach dem Ziel war nicht drin, wenn man an ZK2 straffrei bleiben wollte. Die Sonderprüfung war glaube ich noch etwas länger als im letzten Jahr und nicht nur durch die zusätzlichen Hindernisse sondern auch durch die umgekehrte Streckenführung und einige neue Abschnitte noch mal deutlich abwechslungsreicher und auch für die zahlreichen Zuschauer um einiges interessanter. Speziell an den bereits erwähnten Bahnschwellen versammelten sich viele, vor allem linsenapparatbestückte Schaulustige und konnten dort auch das eine oder andere Kabinettstückchen bei den Überwindungsversuchen bewundern. Da wurde versucht mit Gummireifen Stahlbeton durchzuschneiden, Mopeds wurden einfach sich selbst überlassen, nach dem Motto – Hauptsache die Kiste kommt irgendwie da rüber. Wie auch auf den Fotos meines Arbeitskollegen Holger zu sehen, hat es sich ein Zeitgenosse gleich mal richtig angetan und sich dort komplett ausgebreitet – ich hoffe, dass seine lauten Schreie nur der erste Schreck waren und der herbeigerufene Sanitäter nichts weiter als Beruhigen zu tun hatte – zumindest ist der Verunfallte dann nach einigen Minuten mehr oder weniger unversehrt weiter gefahren (gute Besserung, falls nötig).
Vielleicht solltet ihr euch bei der nächsten Veranstaltung wirklich den Platz für einen Chicken-Way bei ausgewählten Hindernissen lassen, damit die weniger erfahrenen Enduristen wählen können, ob sie sich an die Überquerung wagen – und wenn es halt ausschließlich für die Klassik-Fahrer angeboten wird. Chapeau an dieser Stelle vor dem Java-Fahrer, der da tapfer über alles drüber gerumpelt ist, was ihm vor die Reifen kam und das bei einer geschätzten Bodenfreiheit von nichtmal 20 cm und zwei unten liegenden Endtöpfen. Allen anderen Recken auf den neuen Kisten muss ich allerdings auch sagen, dass man, wenn überhaupt, nur sehr langsam besser wird, wenn man immer den einfachen Weg wählt, anstatt mal über seinen Schatten zu springen und sich an Neuem zu versuchen – was dann aber natürlich nicht mit unkontrolliertem Wegschnipsen der Maschine erledigt werden sollte – beim Enduro ist auch Absteigen und Moped drüber heben erlaubt – man sieht dann natürlich nicht mehr so cool aus wie sonst vor der Eisdiele, das ist klar. ;o)
An ZK2 angelangt hatte man dann das richtig anspruchvolle Gelände hinter sich gelassen. Es folgten super schöne Waldpassagen – sogar der von mir im vorletzten Jahr als zu langweiliger Abschnitt angeprangerte 3 km lange, schnurgerade und breite Waldweg wurde ersetzt durch einen geilen Singletrail durch das hohe Kraut auf der linken Seite zwischen Wald und Weg. Schöne geschwungene Kurven (von denen es leider nicht alle schafften, bis in die vierte Runde benutzt zu werden), vereinzelt quer liegendes Holz, Wurzeln und aufgewühlte Grasnabe führten den Fahrer über weitere kleine Wege zur wohl schönsten Waldetappe der ganzen Runde. Die Berge und Trails rund um die DK3 – die im übrigen an Begeisterung, Freundlichkeit und Motivation kaum zu übertreffen war – machten einfach in jeder Runde unendlich viel Spaß und man kam sich vor wie auf einer genialen Sonntagsnachmittagsprivatendurorunde mit Freunden in den heimischen Wäldern – einfach nur geil. Mit breitem Grinsen kam man dann am sogenannten Castroltest – der Sonderprüfung unter der Stromtrasse an. Auch hier wurde durch großen Aufwand bei der Vorbereitung alles daran gesetzt, das ganze noch anspruchsvoller und vor allem ansehnlicher zu gestalten. Sehr schön war der Bergabsprung sowie die Betonplatte, die einen über den zu schützenden Weg katapultierte – ja diesmal ging es sogar weit über den Weg hinaus. Der Test war sehr flüssig gesteckt und fuhr sich echt super, man musste nur aufpassen, das man nicht in die überdimensionalen Anbremswellen nach der Sprungabfahrt vor der Kurve zur letzten Auffahrt geriet, denn dort konnte man auch ganz schnell mal den sogenannten „Storch“ machen – die FMXer nennen das glaube ich Frontfenderkiss oder Zunamie oder so. :o)
Bei mir lief soweit alles glatt, bis auf die üblichen Kleinigkeiten wie gefühltes, chronisches Kurvenschleichen oder Anbremsen ohne oder zumindest mit zuwenig Bremseinsatz, was dann ja bekanntlich zum gefürchteten oder besser verfluchten 4-Takt-Motorbrems-Ausrollenlassen führt.
So ging es Runde für Runde, deren ja vier zu bewältigen waren, durch die endurofreundliche Gegend um Wolters- und Rüdersdorf. Jede einzelne machte immer wieder von neuem Spaß und es hätte – genug Kondition vorausgesetzt – noch ewig so weitergehen können. Leider bemerkte ich in der vierten Runde auf dem Kopfsteinpflaster vor der Kirche in Rüdersdorf ein komisches Gefühl am Vorderrad, was sich an ZK1 dann als Plattfuß entpuppte. Hm – na toll, dachte ich – genau vor dem steinigsten Areal nun das …
Es hieß jetzt also auf den Reifenhalter vertrauen und Vorderrad entlasten, was an den Auffahrten ja auch nicht wirklich schwer war, an den Abfahrten schon eher und über die Sonderprüfung machte ich mir lieber noch keine Gedanken. Aber auch das ging wider Erwarten recht gut – sogar die Bahnschwellen – nein ich bin nicht drum rum gefahren (siehe Bilder, die sind nämlich aus der 8. SP). Am schlimmsten für meine Felge war der von gelbem Laub bedeckte Kopfsteinpflasterweg nach ZK2 (wenn sich dieser Knüppeldamm überhaupt noch so nennen darf), der auch bei langsamer Fahrt für ein paar deftige Schläge sorgte.
Aber im Anschluss folgte ja ein deutlich felgenfreundlicheres Stück Strecke, die Ackerschleifen. Es wurde vor dem Start gesagt, dass die Runde 50 km lang ist – als ich in der ersten Runde dort durch war, hab ich das ehrlich gesagt nicht mehr geglaubt, denn diese Schleifen waren ja allein schon gefühlte 20 km lang. In Woltersdorf scheinen die Landwirte nur wertloses Kraut anzubauen, denn diese Serpentinen erstreckten sich über drei riesige Äcker mit irgendwelchem hüfthohen, undefinierbaren Grünzeug, in das die Spur mit ´nem Häcksler gezogen wurde. Und hier kam einem dann das schon am Anfang erwähnte Kurven-Blind-Fahr-Vermögen zu gute, denn durch die Pflanzen war jeder Blick auf den Kurvenausgang versperrt und man musste quasi schätzen, wie doll man am Hahn drehen konnte oder wie stark man bremsen musste. Irgendwann hatte man sich dann aber an den Großteil der Kurven gewöhnt und sich eingespielt – ich sage bewusst Großteil, denn hin und wieder wurde man doch vom zu engen Kurvenradius aus der steten Links-Rechts-Lethargie wachgerüttelt und musste ordentlich den Anker werfen. Dadurch gab’s auch hier mannshohe Anbremswellen, in denen man den vollen Federweg des Fahrwerks (oder sogar noch etwas mehr) ausnutzen musste, sowie etliche m² breit gefahrenes Grün von übers Ziel Hinausgeschossenen. In der letzten, der 8., SP an der Trasse riss mir dann zu allem Überfluss nach den ersten paar Kurven auch noch der Kupplungszug – aber das kannte ich ja schon aus 2007 bei unserem LM-Lauf in WLG. Also keine große Panik, nicht die Hinterradbremse benutzen – was an einigen Stellen gar nicht so einfach war – und locker flockig das Ding nach Hause fahren. Mein Bruder hat mich dann aufgrund dieses Handicaps am SP-Ziel auch eingeholt (Er hatte sich in der ersten Runde an ZK2 zwei Strafminuten mehr eingefangen als ich, weil er nach mir in die 1. SP gefahren ist und ist somit immer etwas nach mir gestartet.) und so fuhren wir im Parallelflug die letzten schönen Waldkilometer, ein letztes Mal vorbei an den immer noch motivierenden DK3-Mannen und bis zum Ziel – nach knapp 7 Stunden Endurospaß vom feinsten.
Nach dem Text, der unbedingt als ein einziges grooooßes Lob an den Veranstalter und seine zum Glück zahlreichen Helfer gesehen werden sollte, hier noch ein paar Kleinigkeiten, die nicht nur mir aufgefallen sind:
 
Es gab so zwei drei Stellen auf der Etappe, an denen z.B. nach längeren Wegpassagen ein Abbiegen nur durch Flatterband angezeigt wurde – bei den später gestarteten Fahrern war dieses dann bereits durchgefahren und so nicht mehr ersichtlich, wo es weitergeht – da haben eindeutig zusätzliche Pfeile gefehlt oder waren zu weit außerhalb des Sichtfeldes angebracht. Genauso kurz vor der SP1, dort sollte man wohl nach links quer vor dem Wall (obendrauf verlief schon die SP-Strecke) über die Steine fahren (wie auch in den Vorjahren, nur halt andersrum). Da hingen als Wegweiser aber lediglich ein paar Trassierbandfetzen in den Büschen, sodass sich dort einige verfransten und deshalb, wie auch ich, hoch auf den Wall fuhren und so plötzlich fast auf der SP-Strecke standen. Dort hätte eine abgebänderte Spur bessere Dienste geleistet – am Ende sind dann alle vorher auf der Wiese abgebogen.
Auch bei der Verkehrserziehung muss man wohl leider etwas härter durchgreifen – wie ja auch schon in den Kommentaren beanstandet wurde und mir auch schon aus den letzten Jahren bekannt, gibt es trotz der Appelle bei der Fahrerbesprechung immer noch ein paar Idioten, die ihr „Fahrkönnen“, was sich wohl auf hirnloses Gasaufreißen beschränkt, unbedingt in Ortschaften und dort mit Vorliebe in Dreißigzonen unter Beweis stellen müssen. Vielleicht müsst ihr die Androhung von polizeilichen Geschwindigkeitskontrollen in Zukunft Wirklichkeit werden lassen. In der Ortschaft nach ZK2 standen die Grau-Blauen Jungs ja sowieso schon mit der Laser-Pistole rum und haben nur komisch gekuckt, als wir dort die Straße querten. Es muss ja nicht sein, dass durch solch unbelehrbare Menschen die Zukunft des Endurosports noch düsterer wird.
 
Und damit am Ende meines Berichtes nicht die Kritik steht, die ja im Vergleich zum Rest eigentlich verschwindend gering ist, noch ein paar abschließende Worte.
 
Leute – ihr habt 2007 gesagt, dass wir die Messlatte mit unserem klassischen Endurolauf in Katzow bei Wolgast mächtig hoch gelegt haben … Ihr habt sie aber spätestens in diesem Jahr mit deutlich Luft übersprungen und so neue Maßstäbe in der LM-MV gesetzt. Auch von der super Zeitnahme, die mit den zusätzlichen ZKs natürlich das ihrige zum erhöhten Anspruch der Gesamtveranstaltung beigetragen hat (die man sich aber auch erstmal leisten können muss), mal abgesehen, war das ein riesengroßes Ding, was ihr da abgeliefert habt. Sämtliche Geländesport-Nordost-Fahrer waren hellauf begeistert nach dem Rennen. Es ist der richtige Weg, dass Enduro nicht zum Stoppelcross verkommt, nur weil es einigen zu schwer ist – natürlich sollte es fahrbar bleiben, da gibt’s ja Möglichkeiten (wie Umfahrungen), aber es soll eben auch nicht immer der innere Schweinehund, sich nicht schinden zu wollen, bedient werden. Enduro ist Kampf und kein Kaffeeklatsch. Beim Motocross erkennt ja auch jeder Fahrer an, dass es in der ersten Kurve eng zugeht und dass ein sauber ausgeführter Blockpass ein legitimes Überholmanöver ist. Warum dann in Zukunft auf das, was den Endurosport ausmacht, verzichten – nämlich das Abverlangen von Durchhaltevermögen und den Willen, es allen Schwierigkeiten zum Trotz zu schaffen – also zuerst der Kampf mit sich selbst und der Maschine gegen das Gelände und erst dann gegen die anderen Fahrer. Bitte tut das nicht und macht auf jeden Fall weiter so – ihr habt dafür die besten Voraussetzungen: super geiles Gelände, garantiert nie zu kleine Starterfelder zu befürchten und Enduro hat offensichtlich in der Region und vor allem in eurem Verein einen hohen Stellenwert und Ansehen.
 
Bis zum nächsten Jahr …
Gruß Dirk alias don-r-wetter #184