Herrentag MC-Wolgast 2008

Es war Vatertag, Männertag oder Christi Himmelfahrt wie ihn Leute nennen, die glauben, dass „Der Vater-Unser“ an diesem Tag die vertikale Reise angetreten hat – bei uns Ossis heißt er nach wie vor Herrentag. :o)
 
Schon traditionell ist, dass die Geländesport-Nordost Riege vom MC-Wolgast diesen Tag mit einem Alkoholverbot beginnt und mächtig Sport treibt, was für die meisten so genannten Couch-Potatoes ja eher undenkbar wäre.
In Katzow trudelten ab morgens um 9°° Uhr nach und nach die verschiedensten Maschinen mit den zugehörigen Piloten ein – ob auf Achse oder im Transporter. Bunte Mischung gab´s nicht nur bei der Markenverteilung sondern auch bei der Streuung des Alters oder besser gesagt der Lebenserfahrung.
Der Tross aus gut 40 manchmal mehr, manchmal weniger grob bestollten Endurorädern machte sich um kurz nach halb Zehn auf den Weg Richtung „geheimem“ Kiesgrubentreffpunkt. Unter stetiger Kontrolle der Fotografentruppe, zu der ich aus schulterluxatorischen Gründen auch gehören durfte/musste, schlängelte sich die Enduro-Hydra grob entlang der 07er LM-Strecke Richtung Kiesloch.
Den Begleitfahrzeugen fiel auf dem Weg dorthin bereits ein in Offroadkreisen als „verdächtig“ einzustufendes Fahrzeug auf, was sich dann auch tatsächlich als Beförderungsmittel eines der jagenden Zunft angehörenden Vertreters herausstellte. Nach kurzem fernglasverstärktem Blick auf das Treiben auf den Wegen zur Grube meinte dieser dann, uns den grün-weißen Freund und Helfer vorbei schicken zu müssen.
Wir konnten uns diese Begegnung im Nachhinein betrachtet nicht besser vorstellen – seine Intention war aber garantiert etwas anders gelagert.
Angeführt von unseren erfahrenen Endurohasen – die alterstechnisch eher auf der Höhe mit der Staatsmacht sprechen konnten, und so bereits von Anfang an wenig Platz für die gängigen Vorurteile unserer Gruppierung gegenüber gelassen wurde – hatten wir dann eine nette Unterhaltung, bei der die Worte Toleranz und gegenseitige Rücksichtnahme einen hohen Stellenwert einnahmen, aber auch die Tatsache Beachtung fand, dass es sich nicht um irgend einen beliebigen Donnerstag, sondern um DEN Donnerstag im Jahr handelte. :o)
Nach der Verabschiedung gab´s dann noch viele schöne Möglichkeiten für gute Fotos – auch entlang der „Rille“ zurück nach Katzow, wo einer der Gruppe (wahrscheinlich hobbymäßig Tiefwasseramphibie) meinte, unter allen Umständen auf der alten LM-Route zu bleiben. Nichtmal als sein Vorderrad auf der überfluteten Wiese schon fasst komplett unter Wasser war, wurde er stutzig. Der unter den Fluten versteckte Graben wurde dann auch beinahe zum Verhängnis. Wie Münchhausen am eigenen Schopf gezogen entstieg er aber doch mitsamt Moped und laufendem Motor den leider nicht geteilten Wassern und konnte sich mit ordentlichem Gasdreh und rückwärtiger Schlammfontäne ans Ufer retten – und dabei hatten wir vorher extra noch ‚ne Brücke zusammen gezimmert, die von allen anderen auch als solch genutzt wurde.
Zum Glück hatten wir meinen Arbeitskollegen Holger (ja auch schon für sehr schicke Fotos und Videos von der LM bekannt) dabei – er hat nämlich durch jahrelange Erfahrung und Erlangung von Routine beim Fotoknipsing den nötigen nervösen Zeigefinger entwickelt, der für das Erfassen genialer Schnappschüsse von unschätzbarem Wert ist. So ist neben dieser Schlammkur z.B. auch ein übermotivierter Start einer 300er beim spaßigen Kräftemessen in der Kiesgrube in Bildfolgen festgehalten. :o)
Als dann alle heil und einigermaßen beansprucht wieder in Katzow waren, hieß es nur – ausschwärmen zum Duschen und Umziehen und schleunigst wieder an Ort und Stelle einfinden, denn auf die knapp 30 Mann warteten 20kg Gyros mit 5kg Zwiebeln 3kg Champignons, 5kg Tzaziki und Krautsalat und natürlich ausreichend Hopfenblütentee in Fass- und Hülsenform – das C2H5OH-Verbot wurde natürlich rechtzeitig aufgehoben. :o)
Mit ein paar kleinen Spielchen, wurde dann die Geschicklichkeit bei stark zunehmendem Promillewert getestet und die Zeit bis zum Abend überbrückt. Als es ausreichend dunkel war, wurden die kleinen und größeren Missgeschicke, Ausrutscher und leicht unkontrollierten Gasgriffdreher an die Garagenwand gebeamt und jeder der Akteure konnte seine und die Taten der anderen vom Vormittag noch mal bewundern.
Danach und währenddessen wurden weiter die Gerstensaftbestände dezimiert, die letzten 7,5kg Gyros verschlungen und die Benzin-, Blech- und Männergespräche verhallten mit zunehmender Stunde langsam in der Nacht …
 
Wieder ist ein schöner Herrentag vorbei (o.K. Holger – für dich Vatertag – alter ungläubiger Wessi ;o) ).
 
 
 
Ich hoffe, es ging euch allen ähnlich und ihr hattet euren Spaß – wobei auch immer. :o)
 
 
Bis Dassow ist´s ja noch ´n bisschen hin – wir sehen uns dort.
Gruß Dirk, don-r-wetter #84