King of the Hill 2015 - ein fettes Erlebnis!

Bild des Benutzers don-r-wetter

Wir hatten uns entschieden, die knapp 1.400 km nach Arad Rumänien nicht in einem Ritt unter die Räder zu nehmen und uns eine Nacht auf der Etappe eine Unterkunft zu suchen. Der erste Plan war, dies in Brno Tschechien zu tun, wo Stefan bereits in seiner asphaltlastigen Motorradvergangenheit einige Male zu Gange war.

(alle Bilder von Anreise, Enduro- und Abendleben sowie Prologbegehung und dem folgenden Prolog sind von Martin - Bolschoe Cpacieba!)

Da die Anreise am vergangenen Sonntag allerdings recht reibungslos verlief, änderten wir den Plan und buchten von unterwegs eine Unterkunft in Györ Ungarn, aßen dort im "Grünen Elefanten" recht gut zu Abend und es blieben für den nächsten Tag "nur" noch 400 km.

Nachdem wir gefühlt ein halbes Kartenspiel an Vignetten an die Frontscheibe geklebt und die in erstaunlich gutem Zustand befindlichen, allerdings beinahe endlosen tschechischen, slowakischen und ungarischen Autobahnen hinter uns gebracht hatten, war es vom Grenzübergang nicht mehr weit bis Arad und unserem Zielort Miniș am Rande der Südwestkarpaten

bei Emy unserem Tourguide, der uns am Dienstag und Mittwoch mit zwei geführten, etwa achtstündigen Touren (mit 1 Stunde Mittagspause und üppigem, traditionell rümänischem Mal am Rande der Wälder um Ghioroc) bestens auf das vorbereitet hat, was uns an den beiden Renntagen nach dem heutigen Prolog erwarten wird.

An zu wenigen Kalorien konnte es jedenfalls nicht scheitern, denn auch die Mahlzeiten morgens und abends ließen keine Wünsche offen ...

... im Gegenteil, um in Deutschland ebenbürtiges aufgetischt zu bekommen (mehr als nur reichhaltiges drei Gänge Menü mit Wasser und Wein), muss man ordentlich Taler auf selbigen legen.

Trotz der übermäßig gut gefüllten Mägen und der bevorstehenden Herausforderungen haben wir die Nächte in einigermaßen ruhigem Schlaf verbracht.

Am Donnerstag galt es dann, den Papierkram der Anmeldung zu erledigen und schon mal den Prolog in seiner Entstehungsphase zu begutachten.

Die verbauten Hindernisse können sich durchaus sehen lassen ...

Heute am Freitag sollte es dann nun endlich ernst werden - erster Schritt dafür war dann das inspizieren des nun vollendeten Prologs - wobei das Steinfeld nach den beiden Doppelsprüngen über nicht kleine Wasserlöcher einen Großteil unserer Aufmerksamkeit bekam.

Vor der Fahrebesprechung und dem offiziellen Start, hatte man eine Stunde Zeit, das Machwerk schon mal anzutesten,

wobei einige bereits arge Probleme hatten.

Wir haben uns (trotz anfänglicher Bedenken einzelner Teammitglieder ;o) davon aber nicht beirren lassen und Stefan hat Wade Young mal eben gezeigt, wo der Frosch den Most holt ... ;o)

Beim Prolog selbst kam ich nach fremdausgelöstem Überschlag an der ersten Reifenwalze ganz gut in Tritt

und habe die gestellten fahrerischen Aufgaben einigermaßen vorzeigbar hinter mich gebracht.

Meine Strategie, mich gleich am Anfang direkt hinter den ersten beiden Profi-Startergruppen auf die Strecke zu begeben, ging damit auf, und ich befand mich zwar nur sehr kurz aber immerhin mal recht weit oben im Geamtklassement ...

Einige Zeit später standen dann gleich alle drei verbliebenen MC-Wolgaster gleichzeitig unter dem Startbanner und Andreas (ganz links) hatte am ersten Hindernis die Nase vorn.

Stefan (2.v.l.) packte die Ellbogen aus, wurde aber von Daniels (ganz links) Lenker umgehend wieder zurück in die eigentliche Spurbreite gerückt und etwas ins Straucheln gebracht ...

Andreas zog derweil souverän seine Bahn über die folgenden errichteten Barrikaden,

und Stefan jagte mit Style hinter Daniel her,

der seine kurze, im Waschbrett durch Andreas' Sturz gewonnene Führung im Steinfeld wieder abgeben musste,

und konnte den Ellbogenrempler wieder wett machen.

Nach dem kräfteraubenden Stein- (besser Felsenfeld) fuhren die Drei recht nah beieinander an der Spitze ihrer Startgruppe den restlichen Herausforderungen der Prologstrecke entgegen ...

und es war sogar noch ein leichtes Posing beim Zielsprung drin ...

Im Ziel waren wir dann alle recht happy - nicht zuletzt, weil es nicht einfach nur irgendwie ging, sondern wir auch noch einige, nicht wenige Kontrahenten aus der Hobbyklasse hinter uns lassen konnten.

Nach den noch inoffiziellen Ergebnissen bedeutet das von gut 200 genannten Hobbypiloten für mich einen 28., für Andreas den 52., Daniel den 72. und für Stefan einen 78. Platz, was uns für den morgigen ersten Tag in den rumänischen Wäldern einen Start unter den ersten 50% erlaubt. In Anbetracht des heute begonnenen und sich morgen fortsetzenden Regens wird sich dies als nicht unerheblicher Vorteil herausstellen - dazu dann aber später mehr ...

Über die Profis brauche ich hier ja nix weiter schreiben, das machen wohl bereits genug andere auf allen möglichen einschlägigen Seiten - zumindest hatten auch jene Fahrer mit den roten Startnummernfeldern so ihre Mühe mit dem ein oder anderen Hindernis.

- nur so viel sei gesagt:

Ein nach langer Verletzungspause wieder auf der Bildfläche erschienener Mario Roman konnte Wade Young im Super Final-Prolog der besten 20 über sechs Runden fast bis zum Ende hinter sich halten, musste sich ihm aber schließlich geschlagen geben. Ein zufriedener Ben Hemingway belgte den dritten Platz mit der Bemerkung, dass dies für ihn völlig o.k. sei, wo die beiden vor ihm Platzierten doch noch nicht mal halb so alt seien wie er selbst ... :o)

 

Kleines, kurzes Update:

Nicht alles aber alle heil - unglaubliches wurde bei diesen Wetterbedingungen streckentechnisch geboten - Andreas und ich sind ins Ziel gefahren (1 Runde mit 75 km) - 9:45 war Start - Andreas war nach ca. 4,5 h und ich nach knapp 6 h durch - Daniel bis Check-Point 10 von 12 und Stefan bis CP 9 - beide hatten sich von dort dann bis 18:30 zurück bis zu unserer Unterkunft "durchgeschlagen".

Martin hatte mit dem Service-Mobil heute auch einen erlebnisreichen Offroadtag - die Wege sind speziell nach Regenfällen eigentlich ausschließlich für geländegängige Fahrzeuge zu bewältigen ... Aus genau diesem Grund gibt's von ihm leider auch keine Pics von der Action in den Wäldern ...

 

Morgen gibt's dann noch das 2h-Enduro "auf die Ohren" ...

 

So - die King of the Hill Gaudi ist Geschichte ...

Am heutigen Tag wurde uns ein ansehnliches 120 minütiges Rennen über drei etwa 15 km lange Runden vor die Räder gesetzt - die Runde war eine Mischung aus allem, was die Berge südlich von Ghioroc hergeben (lehmige sowie steinige Bachbetten hoch und runter, Lehmauffahrten mit Wurzeln, mit Steinen, feucht oder trocken, Waldpassagen, Felsen, Graslandschaft mit Dornenbüschen, Hohlwege, usw.).

Daniel und Stefan haben ihre geschundenen Körper und das etwas waidwunde Material heute nicht mehr an den Start geschoben sondern haben Andreas und mich stattdessen bei unserem letzten der drei Raceparts angefeuert, was offenbar ganz gut geholfen hat. Andreas belegte trotz einer schmerzhaften Sehnenentzündung im Unterarm einen guten 29. Platz, was in der Gesamtwertung mit dem gestrigen 31. den 28. Rang bedeutet. Für mich lief es heute recht reibungslos und ich konnte nach dem 47. gestern die heutigen 2h auf Platz 21 beenden, was mich in der Over-All-Wertung dann noch bis auf zwei Plätze an Andreas heran gespühlt hat womit ich die Top 30 der 52 in Wertung gelisteten Hobbyfahrer (von knapp 200 gestarteten) komplettiert habe.

 

Eine top Woche in Rumänien geht damit zuende - wir werden morgen nach einem mittlerweile gewohnt guten Frühstück die Heimreise antreten und mal schauen, ob wir die Tour diesmal in einem Stück abreißen ...

 

P.S.:
Mal sehen - vielleicht küsst mich in den nächstenTagen noch die Muse und ich fasse die letzten beiden Tage nochmal etwas wortreicher in schriftlicher Form zusammen - dann hoffentlicht mit etwas bildhafter Untermalung wie beim Prolog- und Anreisebericht ...

 

 

Bilder von den Torturen in den Wäldern werden sich hoffentlich in den nächsten Tagen noch finden ...

P.P.S.: Alle "Fratzenbuch"-Nutzer können dort schon mal reinschauen - "Luzifer TransALP hat wohl schon ein paar schicke Naturaufnahmen online gestellt ...