Novemberpokal in Woltersdorf - 2013

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Franks Bericht vom zweitägigen Schlammrillenspektakel bei den Woltersdorfern:

 

Konditionsspiele 2013

 

Was tun, wenn man aus Zeit, Lust und Motivationsmangel am Tiefpunkt seines konditionellen Levels seit Langem angekommen ist...

Richtig, man nennt für eine Zwei-Tagesveranstaltung zu einem der schwersten klassischen Enduros die Mitteldeutschland zu bieten hat. Andererseits gilt es natürlich, sich nicht die Schmach des Kneifens aufzuerlegen und sich nicht der Hackordnungsverteidigung im eigenen Team zu entziehen. Also frisch genannt. Die Preise sind jedes Jahr aufs Neue eine Freude für jeden Hobbypiloten, nehmen einen immer größeren Posten des Rennwochenendbudgets ein und wenn man dann noch vergesslich ist, werden es sogar noch zwei Mal 15€ mehr... was man nicht im Kopf hat, hat man im Geldbeutel oder eben nicht mehr.

Am Tag vor dem Rennen stellte ich mein treues Gefährt dankenswerterweise bei Patti von der Xe schmiedenden Motocrossschule unter. Mittleidig schaute er meinen "angefahrenen" Hinterreifen an und lehrte mich entgegen seiner Berufswahl, als Motocross und Endurolehrer, eine Lektion in Nächstenliebe und stellte mir eine neue "Pelle" für diese nur zum Teil sinngefüllten Ausführungen.

Am Freitag vor der Schau rannten wir noch schnell die Sonderprüfungen unter den Windmühlen und der Stromtrasse ab.

Es waren keine großen Überraschungen, der ohnehin schon wundervoll enduristisch ausgelegten Strecke. Der erste Renntag konnte also kommen, ich hatte mir jede Kurve gemerkt, vor allem den Double am Hügellandtest ;-).

Am frühen Abend wanderten wir, nachdem wir doch arg beengt auf der Maiwiese ein klitzekleines Plätzchen für 10 Mann gefunden hatten, zur Anmeldung. Hier wurde nochmal Transponderabnutzung gelöhnt und das immer wieder gern genommene Tütchen mit allerlei Nettigkeiten eines Ölherstellers in Empfang genommen.

Weiter zur Maschinenabnahme.

Es hatte sich schon eine nette Schlange gebildet, also waren die nächsten 30 Minuten verplant. Noch schnell den Geräuschpegel gemessen, bis auch die letzte Brülltüte für gut befunden wurde und das Baby mit dem einen Zylinder, der nur einen Kolben aus sich zaubern kann ;-), wurde zur Nachtruhe an der Schleuse, idyllisch im Parc Fermé untergebracht um auf seinen Einsatz am Samstag zu warten.

Ich schälte mich also um 5:30 Uhr am WOCHENENDE in Pankow aus dem Bett, um noch rechtzeitig zum Event in Woltersdorf vor Ort zu sein. Die viele Fragen offen lassende Fahrerbesprechung wurde hinter uns gebracht und wir klärten Ungeklärtes direkt mit der Fahrtleiterin Heike Petrik.

Für mich 9:21 Uhr also Start. Mein Beatelein sprang im Gegensatz zu ihrer jüngeren Schwester vom Brüderchen Dirk

ohne Nöte an und man schlängelte sich gewohnt durchs Örtchen bis es links weg, über kleine Hindernisschen, in den Dreck ging.

Hatte ich erwähnt, dass dieser Dreck gerade pünktlich zum Rennen gewässert wurde? Er wurde - und zwar mehr als einem lieb sein konnte. Egal ein Konditionswunder kennt keinen Schmerz.

Der Weg führte gewohnt an der Autobahn und deren Wall entlang zum Plattenwerk und seinen umgebenen Schotterbahntrassen, zum ungewohnt trockenen Schlammloch.

Dankenswerterweise wurde mir hier immer eine halbwegs bezwingbare Route gezeigt.

Die erste Sonderprüfung wartete, der Hügellandtest. Es manifestierte sich eine Spur der es in großen Teilen zu folgen galt und dass schon in der ersten Runde.

Das kann ja heiter werden am 2. Tag - wurde es auch. Die Rinnen vertieften sich und wo noch keine vorhanden waren, wurde es durch den Regen des zweiten Tages nicht undbedingt leichter für die Frontstollen, was zum Grip aufbauen zu finden.

Diese Umstände erklären- oder versuchen es zumindest- die 3 Minuten Zeitunterschied von Tag 1 zu Tag 2. Und eben diese Langsamkeit des zweiten Tages brachte mir auch eine 2 minütige Strafzeit ein. Am ersten kam ich noch ohne aus.

Ganz anders beim Castroltest. Hier habe ich am ersten Tag mit mir, den Elementen und einem durch den Schlamm überforderten Fahrwerk zu tun gehabt. Es ist nicht etwa mein Waschbärbauch daran schuld, dass ich mir wohl lieber eine etwas härtere Feder hätte einbauen lassen sollen, nein das ist unmöglich ;-). Die Umläufe am Sonntag gelangen, eingestellt auf die schwierigen Bedingungen- besser und -viel wichtiger- schneller.

Das könnte natürlich auch an meinem gesponserten, nagelneuen Reifen gelegen haben ... aber ich tröste mich mit dem Realitätsverlust des Fahrkönnens ;-). Nach dem Castroltest folgte dann das -für mich- Highlight der Etappe, der Weg zurück zum Fahrerlager. Bis hierher war es für einen alten Woltersdorfhasen wie mich bekanntes aber natürlich trotzdem himmlisches Enduroterrain. Aber hier folgten Singeltrails feinster Couleur

mit - man ahnt es in unseren Breiten nicht - durchaus Auf- und Abfahrten. Danke liebes Schmiergeld an den Förster ;-) für diese Möglichkeiten.

Im Ziel war ich am Samstag enttäuscht über meine nicht vorhandene Leistung, welche mich auf den 10. Rang katapultierte. Sonntag dann eine Sternstunde. Ich kam immer besser mit dem Untergrund klar. Auch wenn ich im Hügellandtest z.T. nur im ersten Gang unterwegs war, nachdem ich die rilligen Auffahrten endlich erklommen hatte, weil meine Kondi nix weiter zuließ, war ich erstaunt über meinen Kadaver. Er erholte sich doch irgendwie und ich hatte hier und da noch etwas Kraft übrig, um auch den Castroltest ganz passabel hinter mich bringen zu können. Am Ende reichte es trotz mir unerklärlicher 4 Strafminuten für Platz 3 in der Hobby E3 Klasse.

Schade nur dass dies kaum einer mitbekommen haben dürfte, da wir nicht nur auf den Livezeiten nicht zu finden waren,

nein auch bei der Siegerehrung sollte wohl nach Möglichkeit jeder interessierte entschwunden sein, da man das Geld für solche Veranstaltungen sicher von den Vorderen der DM Klassen bekommt und diese deshalb Vorrang haben. Ja es klingt Enttäuschung durch und man kommt sich ein wenig wie eine gestattete, zahlende 2. Klasse vor. Aber das sei der einzige Kritikpunkt einer sonst makellosen Veranstaltung.

Ich bin nächstes Jahr sicher wieder dabei.

Danke noch einmal an die Mädels für die Motivation an der Strecke, dem Patti von der MotoXschmiede für die Unterstützung vor, während und nach dem Rennen und meiner Mutter, meinem Hund den ich nicht habe, meinem Brillenhersteller dessen Namen ich gerade vergessen habe und RedBull die bis heute meine Fähigkeiten unterschätzen ;-).

 

So long, Frank #216.

 

Hobby-Ergebnisse stehen auf der Novemberpokal-Seite und Bilder von Steffi und Maria in der Enduro-Galerie.