3h Frühjahrsenduro 2013

Anspruchsvoller Auftakt zur Enduro-LM in Wolgast

Das Team vom Geländesport Nordost und der MC-Wolgast luden am 17. März diesen Jahres, kurz vor Frühlingsanfang, zum Frühjahrsenduro am Ziesa Berg ein. Jedoch verweigerte zum ersten Lauf der Endurolandesmeisterschaft der Frühling, nach flüchtiger Ankündigung Anfang März, kurz vor Arbeitsantritt seinen Dienst und schickte seinen Lanzmann den Winter zu einer überraschenden hartnäckigen Abschlussvorstellung. Reichlich Schnee, Eis und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt erschwerte das Finale des Streckenbaus. Hoch technisiert mit reichlich Aluschüppen konnten jedoch die größten Schneemassen aus der Streckenführung umgelagert werden. Jedoch erwies sich das Werkzeug für den doch recht durchtrainierten allgemeinen Endurofahrer offenbar als unbrauchbar, da der Verschleiß durch einige Materialschwächen doch erheblich schien. Desto trotz stand der Rennveranstaltung am Sonntag nichts im Wege und Neuschnee blieb dem Berg fern.

Am besagten Sonntag, nach frostiger Nacht um Minus 5 Grad Celsius, zeigte sich das Wetter aber von seiner besseren Seite. Sonnenschein und gefühlte angenehme Temperaturen waren beste Voraussetzung für das Endurofieber rund um den Ziesa Berg. Mittlerweile hat sich das traditionelle Frühjahrsenduro am Ziesa Berg anscheinend auch in der ansiedelnden Bevölkerung als interessante, spannende und abwechslungsreiche Veranstaltung herum gesprochen, was jedenfalls die zahlreichen Zuschauer erklären würde. Der Endurosport kann durch solch eine Begeisterung nur profitieren, um dem konventionellen Bürger diesen doch anspruchsvollen Sport näher zu bringen und die Akzeptanz der zweirädrigen Unterholzbeförderungsmittel zu steigern.

Durch solch regen Ansturm der anfeuerungswilligen und erwartungsvollen Menschenmasse, stand allen 105 Fahrern die Anspannung ins Gesicht geschrieben. Denn im Gegensatz zum letzten Meisterschaftsjahr gibt es 2013 keinen Streichlauf und somit ist der Auftakt für jeden LM-Enthusiasten von besonderer Bedeutung. Diejenigen die sich der LM ab frönen fanden ihre Motivation in der Gelegenheit den LM-Jungs eine Lektion zu erteilen, ganz dem Motto „ EAT MY DUST“. Die Streckenführung wäre auch ohne Eis und Schnee für den größten Teil des Fahrerfeldes schon Anspruchsvoll gewesen. Doch wie bereits erwähnt war der Winter uns hold und packte noch mal fünf Schüppen Schwierigkeitsgrad oben drauf.

Um 10 Uhr Mitteleuropäischer Zeit fiel der Startschuss. Gestartet wurde traditionell Boxenweise mit einer Minute Abstand. Fahrzeit betrug drei Stunden ohne Zeitbonus. Die Motoren der einzylinderischen Sportgeräte erwachten aus dem Winterschlaf und verlangten von Anfang an seinem Bediener alles an Können ab. Wer seine Motorik dem digitalen Zeitalter anpasste hatte mit seinem monotonen Frequenzwechsel von an und aus erhebliche Probleme das Aggregat auf der geplanten Streckenführung zu halten. Analoge Bewegungsabläufe von Mensch und Maschine waren an diesem Tag das Mittel zum Erfolg. Im Klartext, Zitat:„ ... wer seinem Feuerstuhl die nötige Betriebstemperatur gönnen wollte, musste die Dreheinrichtung am Lenker, welcher über einen Seilzug dem Einzylinder die nötigen Kubikmeter Luft-Benzin-Gemisch verschafft, so gefühlsvoll bedienen um überhaupt den Stollen Gelegenheit zu geben, sich in den wenigen griffigen Bodenbestandteilen verankern zu können, damit etwas Drehbewegung in Vorschub umgesetzt wurde.  Grobmotoriker waren an diesem Tag hoffnungslos der nicht überlistbaren Physik ausgesetzt und haben ihr Hinterrad wohl öfter vor ihrem Vorderrad wahrnehmen dürfen. Zum Vergleich: Eine Seifenblase durch einen Hagelschauer zu bekommen, erweist sich wohl als ungleich schwieriger…“. Eine absolute Motorradbeherrschung, geschulte Blickführung und daraus resultierende Spurwahl waren gute Voraussetzung für eine flüssige Umrundung der Strecke. Leider erwies sich unser hoher Materialaufwand an Aluschüppen zum Teil doch als nutzlos, da die frei geräumten Auffahrten für den größten Teil des Fahrerfeldes als nicht fahrbar eingestuft wurden und die Streckenwacht diese umgehend in der ersten Runde aus dem Rundkurs verbannten :(. Nach einer Stunde Fahrzeit nährte sich die Sonne immer weiter dem Zenit und verhalf dem bereits freigelegten Boden aus seiner Frostphase in die „Schmierphase“. Das Wort ist hier Programm, drei Zentimeter Motter und darunter gefrorene Erdmasse machen ein kontrolliertes Fahren beinahe unmöglich. Schnee hat bei diesen Witterungsbedingungen die seltsame Eigenschaft nach mehrmaligen Überfahren in eine Eisbahn zu mutieren. Somit waren alle weiteren Auffahrten, Abfahrten, Kurven und Geraden entweder glattes Eis oder schmierige Motter. Korrekt halber sei erwähnt, dass gefühlte 0,01 Prozent der Strecke sich diesen Aggregatzuständen verweigerte und den ortsüblichen griffigen Zustand aufrecht erhielten. Die künstlichen Hindernisse waren auch unter diesen Bedingungen alle gut fahrbar. Das neue Steinfeld erschien doch etwas zu leicht, welches aber sicherlich bis zum nächsten Jahr mit ein paar Findlingen in den Griff zu bekommen sei. Die Treppe, welche in Zukunft die Erklimmung des neuen Sprecherpodest zur Beschallung mit Motivationsparolen ermöglicht, war für die meisten Fahrer kein Problem. Das schwierigste Hindernis war wohl diesmal das flache Reifenfeld, was einige Fotos beweisen. Nach kräftezehrenden drei Stunden traf sich das Fahrerfeld wieder in der Box zum regen Austausch der doch reichlich gesammelten Erkenntnisse über physikalischen Gesetze wie Erdanziehungskraft und Trägheit der Masse.

Alle Fahrer haben ohne größere Blessuren die Distanz überwunden. Ergebnissen seien hier mal außen vor gelassen, können ja wie immer bei kujahns.de nachgelesen werden. Nur so viel, der MC-Wolgast und das Team vom Geländesport-Nordost konnten mehrere fordere Platzierungen einfahren und unter diesen schwierigen Bedingungen der Konkurrenz ihre Kampfbereitschaft signalisieren. Der 17. März 2013 war ein gelungener Auftakt zur Endurosaison 2013 in MV und offenbarte jedem Fahrer seinen persönlichen Trainingstand, welches sich in der nächsten Trainingseinheit wohl nieder schlagen wird.

 

Sportlicher Gruß

Andreas #268#

Bilder:

3h Frühjahrsenduro 2013 © Dr. Lurchi
3h Frühjahrsenduro 2013 © Steffi

Und bei Kujahns.

Ergebnisse:

Die Einzelrundenauswertung:

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