4. Wolgaster Querfeldein 2012

Meine persönlichen, subjektiven Eindrücke:

Sonntag ist Famillientag: also ausschlafen, mit dem Baby toben, frühstücken und ab zum Fahrradrennen in familiärer Atmosphäre ;-) Dieses war bei meiner Ankunft durch die fleißigen Helfer schon fertig vorbereitet. Also nur noch anmelden, Federung beim Kinderwagen auf hart stellen und ab geht´s zum Strecke „abschieben“. Meine Befürchtungen sollten sich bald bewahrheiten: Der Vortagssturm hatte alle halbwegs losen Blätter des bereits bunten Stadtwaldes unsanft von deren gewachsener Verbindung gelöst und zusammen mit der Restfeuchte bildete sich eine schöne Schmierschicht heraus. Geistige Notiz an mich: Luftdruck ablassen für mehr Grip. Nächster Knackpunkt bei der Abfahrt Eingang „Anlagen“: ein fieser Brombeerstrauch harrte auf Lenkerhöhe der Radlerhände die da kommen sollten. Also geistigen Notizzettel erweitern: Spur halten, NICHT überholen! Abfahrt mit Bordsteinkante, hier kann man ggf. Stilfiguren beim Luftstand einbauen. Vielleicht wären an dieser Stelle Weitsprungmarken á lá Woltersdorf Freileitungstest angebracht… Das bis dato in die REM-Phase geschaukelte Kind galt als Indikator für den späteren Schwierigkeitsgrad auf dem Zweirad. Wenn´s aufwacht, könnte das Niveau zu hoch gewählt sein. Doch Fehlanzeige- die Augen blieben wie mit Sekundenkleber versiegelt. Also Augenmaß vom Veranstalter, Strecke knifflig aber fahrbar.
Danach wieder Bergauf-Passage mit gemeinem Steigungsprofil. Am Ende steiler als am Anfang, dass macht den stärksten Enduristen fertig. Anschließend kurzes Erholungsstück bevor es in den Abschnitt der Wahrheit geht. Hinter der Treppe mit dem grünen Geländer beginnt die „Jan-Joachimstaler-Gedächtnis-Abfahrt“- hier heißt es Pokal oder Spital! Punkt 3 meiner heutigen to-do-Liste: schön die Fingerchen von den Bremsen lassen und Schwung mitnehmen. Die gemeinen Steine und Wurzeln wurden vorsorglich farbig markiert. Sehr gut, denn ohne dem wäre sicher der Ein oder Andere dem Vorbild Jans gefolgt. Die anschließende Auffahrt war bekannt und unspektakulär, aber vom Regen mittelmäßig zerfurcht. Von dem erklommenen höchsten Punkt der Strecke muss man nur noch wieder ins Stadion rollen. Das Stück habe ich mir also geschenkt und Streckenbegehung war somit beendet.

Der Nächste Tagesordnungspunkt war dann wieder gesellschaftlicher Natur: Dumm-Quatschen, Taschen-Vollhauen, verbales Muskel-Messen und Nervosität verstecken.

Mit dem Startschuss wich die Nervosität aber angespannter Konzentration, schließlich sollte der vorher gefasste Plan auch penibel umgesetzt werden! Doch alle guten Vorsätze waren dahin als die ersten bekannten Helme vor mir auftauchten. Der Versuchung zu Überholen konnte ich nicht wiederstehen, auch auf die Gefahr hin nach vollendeter erster Runde körperlich zusammen zu brechen. Aber scheinbar ging es den anderen auch nicht besser als mir, oder der psychologische Effekt des Überholmanövers war so stark, dass an Angriff nicht mehr zu denken war. Auch meine anderen Vorsätze konnten nicht umgesetzt werden. Statt Airtime und Deep-Digger-Contest war Abspasten und Schiebehilfe angesagt. Na ja, man muss sich auch an den kleinen Dingen freuen können! Vermutlich ging es aber meinen Kombatanten nicht besser, denn spätestens ab Runde 3 wich die Anfangseuphorie allgemeiner Gelassenheit, denn nach vorne war kaum noch was auszurichten und nach hinten genügend Luft, also konnten die letzten 2 Runden ruhig angegangen werden. Nach der Zieldurchfahrt wurde ich dennoch sogleich mit einem spontanen Wadenkrampf als Zeichen meines Einsatzes belohnt!

Fazit: Hat wieder mal gefetzt, natürlich lange nicht so geil wie Moped fahren, aber eigentlich könnte man das Fahrrad auch ruhig mal den Rest des Jahres anfassen, nur so aus Spaß! Na ja, vielleicht als Vorsatz zum neuen Jahr ;-)

Ergebnisse:

Leider bis dato nur ein visueller Eindruck vom Rennen:

Bild (c) by Christian Rabe